Das Replicon | Das
Meselson-Stahl Experiment
Hinweis: Im Atelier finden Sie die CD "The Nature of
Genes". Mittels Tutorials und Aufgaben werden die wichtigsten Themen
der Molekularbiologie leicht verständlich vermittelt.
Am Beispiel der Replikation wurde zu ersten Mal gezeigt, dass Makromoleküle mit Hilfe einer molekularen Matrize synthetisiert werden. Mit der Aufklärung der Struktur der DNA-Doppelhelix durch Watson & Crick wurde ersichtlich, wie die DNA als Matrize, d.h. als Vorlage für die Vervielfältigung und Weitergabe der genetischen Information dienen könnte. Jeder Strang der DNA ist komplementär zum anderen. Somit kann ein Strang als Matrize dienen und der zweite Strang kann aufgrund der Regeln für die Basenpaarung synthetisiert werden. Dies soll am folgenden Beispiel klar werden:
Wenn der folgende Strang als Matrize dient:
5'-AGCGTTAGCGATCAT-3' muss der neu synthetisierte Strang die Basenfolge
3'-TCGCAATCGCTAGTA-5' aufweisen, da A mit T und G mit C basenpaaren.
Ein DNA-Abschnitt, der von einem Replikationsstartpunkt aus repliziert wird, heisst Replicon. Ein eukaryotisches Chromosom wird von mehreren Stellen aus repliziert, hat also mehrere Replicons. Die Replikation beginnt am am “Origin" (Ursprung, Startpunkt) und läuft, wenn sie einmal begonnen hat, solange weiter, bis das gesamte Replicon verdoppelt ist.
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Replicon und die Kontrolle bei der Replikation. |
Abbildung semikonservative DNA-Replikation
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Andere Replikationstypen |
Matthew Meselson und Franklin Stahl zeigten1957, dass die DNA-Replikation semikonservativ verläuft. Sie züchteten E. coli Zellen über mehrere Generationen auf einem künstlichen Nährboden, welcher als Stickstoffquelle das "schwere" Stickstoff-Isotop 15N an Stelle des "leichten" Isotopes 14N enthielt.
Die DNA,
welche 15N-Isotope in ihren Bausteinen enthält, ist
um etwa 1% schwerer als 14N-DNA. Sie lässt sich
mittels Zentrifugation in einem CsCl-Dichtegradienten von der
"14N-DNA" trennen.
Die
E. coli Zellen, die "15N-DNA" enthielten wurden nun auf
ein frisches Medium übertragen, welches nur das Isotop
"14N" enthielt. Die "15N-DNA" diente nun als
"Elternmolekül" für weitere Generationen.
Meselson und Stahl liessen die Zellen solange wachsen, bis sich die Zellpopulation gerade verdoppelt hatte. Im CsCl-Gradienten ergab die DNA der ersten Tochtergeneration nur eine einzige Bande, woraus sich folgern liess, dass alle DNA-Doppelstränge gleich schwer sein müssen und jeder einen "alten Strang" (15N) und einen "neuen" (14N) haben muss. Damit sprach das Ergebnis gegen eine konservative Replikation.
Darauf wurden die Zellen für eine erneute Verdoppelung in 14N-Medium gesetzt und die DNA wiederum im CsCl-Gradienten analysiert. Das Resultat waren zwei Banden, eine mit der leichten 14N-DNA und eine mit der gemischten 14N15N-DNA. Somit war semikonservative Replikation für die DNA von E. coli bewiesen.
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Im Atelier finden Sie weitere Informationen über
dieses Experiment |
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Lösung |
Nehmen Sie die Stränge der zweiten Generation des Experimentes oben und zeichnen Sie die DNA-Stränge der dritten Generation, die in einem 15N-Medium entstehen würden, farbig auf. |
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Mechanismus der DNA Replikation |
Replikations-Elemente |