Mechanismus der Translation


Schema zur Elongation


Bildquelle: Alberts et al,: "Molekularbiologie der Zelle", VCH,
2. Auflage 1990, ISBN 3-527-27983-0
und 3. Auflage 1995, ISBN 3-527-30055-4

Den Prozess der Polypeptidketten-Verlängerung (Elongation) kann man als zyklischen Vorgang mit drei klar voneinander unterscheidbaren Schritten betrachten:

1. Bindung einer neuen tRNA in Position A
Im ersten Schritt wird ein Aminoacyl-tRNA-Molekül an einer leeren A-Stelle neben einer besetzten P-Stelle an das Ribosom gebunden. Dort bildet es Basenpaare mit den drei mRNA-Nukleotiden, die an der A-Stelle exponiert sind.

2. Bildung der Peptidbindung
Im zweiten Schritt wird das Carboxy-Ende der Polypeptidkette von dem an der P-Bindungsstelle liegenden tRNA-Molekül getrennt und über eine Peptidbindung an die Aminosäure gebunden, die an das tRNA-Molekül in der A-Stelle gebunden ist. Katalysiert wird diese Reaktion von der Peptidyltransferase. Diese enzymatische Aktivität wird vermutlich durch einen bestimmten Abschnitt des grössten rRNA-Moleküls in der grossen Ribosomen-Untereinheit vermittelt.

3. Translokation und Freisetzung der tRNA aus Position B
Im dritten Schritt schliesslich wird die neue Peptidyl-tRNA von der A-Stelle in die P-Stelle verschoben. Dabei bewegt sich das Ribosom um genau drei Nukleotide auf der mRNA weiter. Dieser Schritt erfordert Energie und wird durch eine Folge von Konformationsänderungen in Gang gesetzt, die durch Hydrolyse eines GTP-Moleküls getrieben werden. Während des im dritten Schritt ablaufenden Translokationsvorgangs löst sich das im zweiten Schritt an der P-Stelle gebildete freie tRNA-Molekül vom Ribosom und kehrt in den cytoplasmatischen tRNA-Vorrat zurück. Daher ist am Ende des dritten Schritts die A-Stelle wieder frei und kann eine neue tRNA aufnehmen, an welche die nächste Aminosäure gebunden ist. Damit beginnt der ganze Vorgang von neuem.


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